Aktuelle Meldungen

Ergänzend zur Vorstellung der Grundlagenliteratur von Frank Freimuth veröffentlichen wir hier aktuelle Meldungen zum Thema „Human Economy“.   Zum Original-Artikel führt der rote Link.

 

28.09.2015: Europaticker

ifo: Zuwanderung dämpft Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung

Die Zuwanderung wird die deutsche Gesellschaft langsamer schrumpfen und altern lassen. Und auch ohne weitere Zuwanderung würde der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bis 2030 automatisch auf etwa 24,4 Prozent wachsen, von 20,5 Prozent im Jahre 2013. Mit Zuwanderung wird er 2030 sogar fast 30 Prozent erreichen. Die zukünftige Entwicklung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund wurde erstmals in einer Studie des ifo Instituts Dresden für die Friedrich-Ebert Stiftung berechnet. Sie wurde vor den aktuell hohen Zuwanderungszahlen von Flüchtlingen fertiggestellt und wird am Montag in Berlin präsentiert. „Deutschland hat die Zahl von ausländischen Studierenden in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Wenn es uns gelingt, diese Gruppe nach Studienabschluss zu halten, ist das auch ein Gewinn für die deutschen Steuer- und Sozialsysteme“, sagt Marcel Thum vom ifo Institut Dresden.
Ohne moderate Netto-Zuwanderung wäre die Bevölkerungszahl im Jahr 2030 im Vergleich zu 2013 um 5,3 Millionen Menschen geringer und würde damit auf rund 75,5 Millionen schrumpfen. Menschen mit Migrationshintergrund leben häufiger in Städten, vor allem in Westdeutschland und Berlin, weisen höhere Geburtenraten in der ersten Generation auf und zeigen auch andere Erwerbsmuster am Arbeitsmarkt. Sie verdienen deutlich weniger als die Einheimischen und haben eine andere Qualifikationsstruktur: „Menschen mit Migrationshintergrund haben zwar häufiger Abitur als die Einheimischen, jedoch hat ein größerer Anteil von ihnen auch keinen Schulabschluss“, sagt Ko-Autor Alexander Kemnitz. „Auch ist der Anteil jener mit mittlerer Qualifikation deutlich kleiner.“

 

14.09.2015: Focus-Online

Daimler-Chef Zetsche: „Flüchtlingswelle könnte neues Wirtschaftswunder auslösen“

Als Herkulesaufgabe bezeichnet Daimler-Chef Dieter Zetsche die Mission, mehr als 800.000 Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Da diese Menschen ihr komplettes Leben zurücklassen, seien sie besonders motiviert. Zetsche meint, es könnte dadurch sogar ein neues Wirtschaftswunder geben.
Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht im aktuellen Flüchtlingsstrom eine Chance für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Mehr als 800.000 Menschen in Deutschland aufzunehmen, sei eine Herkulesaufgabe, sagte Zetsche am Montagabend im Vorfeld der IAA in Frankfurt. «Aber im besten Fall kann es auch eine Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder werden – so wie die Millionen von Gastarbeitern in den 50er und 60er Jahren ganz wesentlich zum Aufschwung der Bundesrepublik beigetragen haben.»

 

13.09.2015: Spiegel-Online

Nahles’ Liste: In diesen Berufen sind Zuwanderer in Deutschland willkommen

Mit einem neuen Einwanderungsgesetz sollen nach dem Willen von SPD-Politikern Ausländer nach Deutschland kommen dürfen, wenn ihre Qualifikation hier gebraucht wird. Eine Liste aus dem Arbeitsministerium zeigt, in welchen Berufen das der Fall ist.

Ausländer, die in Deutschland auf Jobsuche sind, müssen einige Hürden überwinden. Eine davon: die sogenannte „Positivliste“ der Bundesagentur für Arbeit. Hier ist nach der Beschäftigungsordnung geregelt, in welchen Berufen Fachkräfte und Spezialisten so knapp sind, dass eine Zuwanderung gerechtfertigt ist.

Als Fachkraft gilt demnach, wer mindestens eine zweijährige Ausbildung in diesem Beruf absolviert hat. Ein Spezialist muss mindestens einen Meisterbrief, einen Hochschulabschluss oder eine vergleichbare Qualifikation mitbringen.

Jedes halbe Jahr aktualisiert die Bundesagentur diese Liste. Seit Anfang September stehen 40 Berufe darauf, die bald auch für Flüchtlinge geöffnet werden könnten, sollten die Rufe nach einem Einwanderungsgesetz aus verschiedenen politischen Lagern Erfolg haben. Neu auf der Liste stehen diese zwölf Berufe:

 

13.09.2015: Spiegel-Online

Armutsmigration: Wie Wirtschaftsflüchtlinge Deutschland geprägt haben

Sie kommen nach Deutschland, auf der Suche nach einem besseren Leben – und gelten doch als Flüchtlinge zweiter Klasse. Dabei sind es gerade die Arbeits- und Armutsmigranten, die für die Geschichte des Landes so wichtig waren.

Wer ins Duisburger Telefonbuch schaut, entdeckt sie auf den ersten Blick: die Kwasniewskis, Pawlowskis, Özdemirs und Diaz. Die Menschen hinter diesen Namen sind meist längst deutsche Staatsbürger. Doch ihre Vorfahren kamen einst ins Ruhrgebiet, weil sie sich hier Arbeit und ein besseres Leben versprachen. Sie sind geblieben, haben das Land mitgeprägt. Ohne sie sähe die Bundesrepublik anders aus.

Heute stehen die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge ganz unten in der Hierarchie der Migranten. Den syrischen Anwalt, der vor dem Bürgerkrieg geflüchtet ist, heißen die deutschen Bürger und Behörden mittlerweile gleichermaßen willkommen. Den albanischen Maurer wollen viele aber lieber nicht hier haben.

Dabei können auch die Armutsmigranten ein Land bereichern. „Wer wandert, ist motiviert und bringt oft genug Kenntnisse und Fähigkeiten schon mit“, sagt der Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl von der London School of Economics. „Die sprichwörtliche amerikanische Tellerwäscherkarriere ist eine Einwandererkarriere.“

 

10.09.2015: n-tv

Ältere Mitarbeiter haben mehr Biss

Die Deutschen stehen im Ruf, fleißig zu sein. Die meisten Beschäftigten gehen einer Studie auch mit Motivation an die Arbeit. Doch Zufriedenheit und Motivation im Job sind auch eine Frage des Alters.

Jüngere Arbeitnehmer sind einer Studie zufolge mit weniger Feuereifer beim Job als Ältere. Während nur 26 Prozent der unter 20-Jährigen und 32 Prozent der 21 bis 30-Jährigen angaben, „hochmotiviert“ bei der Arbeit zu sein, lag der Anteil der 61-Jährigen oder älteren Arbeitnehmer bei 40 Prozent.

 

08.09.2015: Spiegel-Online

Kampf dem demografischen Wandel

Die ostwestfälische Gemeinde Hiddenhausen will sich nicht mit dem demografischen Wandel abfinden: Sie kämpft erfolgreich gegen leer stehende Häuser und für junge Menschen.

Ulrich Rolfsmeyer hat geschafft, wovon viele Kommunalpolitiker träumen: Er hat das Ruder herumgerissen, hat aus Hiddenhausen, dem Ort der Alten, einen Ort der Jungen gemacht. Junge Familien kommen in die 20.000-Einwohner-Gemeinde in Nordrhein-Westfalen und ziehen in alte, leer stehende Häuser. Man müsse halt etwas tun, sagt der Bürgermeister. Es brauche mehr als lediglich die Erkenntnis, dass die Bevölkerung immer älter wird und junge Leute in die Großstädte abwandern.

 

06.09.2015: Focus-Online

Daimler will jetzt in Flüchtlingszentren nach neuen Arbeitskräften suchen

Der Chef von Daimler, Dieter Zetsche, will unter den Flüchtlingen nach Arbeitskräften suchen. Die meisten Flüchtlinge seien jung, gut ausgebildet und hoch motiviert. Und genau diese Menschen seien eine große Chance für Deutschland.

 

05.09.2015: Spiegel-Online

Daimler-Boss lässt in Flüchtlingszentren nach Arbeitskräften suchen

„Ich könnte mir vorstellen, dass wir in den Aufnahmezentren die Flüchtlinge über Möglichkeiten und Voraussetzungen informieren, in Deutschland oder bei Daimler Arbeit zu finden“, sagte Zetsche der „Bild am Sonntag“ („BamS“). „Die meisten Flüchtlinge sind jung, gut ausgebildet und hoch motiviert. Genau solche Leute suchen wir doch.“

Zetsche fügte demnach hinzu: „Sie können uns – ähnlich wie vor Jahrzehnten die Gastarbeiter – helfen, unseren Wohlstand zu erhalten beziehungsweise zu vermehren. Deutschland kann doch die freien Arbeitsplätze gar nicht mehr allein mit Deutschen besetzen.“

 
02.09.2015: Süddeutsche Zeitung

Zahlen gegen Vorurteile

Die Zahl der Geflüchteten weltweit steigt und mit ihnen auch Fremdenfeindlichkeit und Ablehnung in Deutschland. Die Diskussion um Flüchtlinge und Zuwanderung bestimmt seit Wochen die Schlagzeilen.

Tatsächlich gibt es Probleme bei der Aufnahme von Flüchtlingen, die europäische und die deutsche Asylpolitik haben versagt. Doch wer kennt schon die genauen Zusammenhänge, wer geht den Daten auf den Grund?

 

30.08.2015: Focus Online

„Agenda 2020“ für Zuwanderungspolitik

Für Altkanzler Schröder ist Zuwanderung für das deutsche Sozialsystem zwingend nötig. Nur so könne Deutschland sein Niveau als sozial und wirtschaftlich starkes Land halten. Anders könnten auch die Renten nicht finanziert werden. (…) In Deutschland werde die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter stark schrumpfen. „Was wir also brauchen, ist eine Einwanderung in unser Sozialsystem. Denn ohne diese können wir Renten in der Zukunft gar nicht mehr finanzieren.“

 

27.08.2015: Focus Online

Vorurteile und Tatsachen zu Flüchtlingen in Deutschland

Welche Veränderungen bringen die Flüchtlinge für Deutschland? Welche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gibt es? Ist Deutschland Zielland Nummer eins? Trends und Zahlen im Überblick.

Was bedeuten steigende Flüchtlingszahlen für Wohlstand und Sicherheit in Deutschland? Zahlreiche Vorurteile kursieren dazu in der Gesellschaft – zentrale Fakten: (…)

 

25.08.2015: Focus Online

Für eine ostdeutsche Kleinstadt sind Flüchtlinge die letzte Chance

Der Bevölkerungsschwund hält seit mehr als zehn Jahren an, Friedland blutet aus. Doch der Bürgermeister der Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern glaubt, eine Lösung für das Problem gefunden zu haben: Flüchtlinge. Friedland schrumpft. Nur noch knapp 5500 Menschen leben in der Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern, vor der Wende 1989 waren es noch fast 9000. Junge Leute ziehen weg, zurück bleiben die Älteren. Die Perspektiven fehlen, die Arbeitslosigkeit im Landkreis liegt bei rund zwölf Prozent.

 

24.08.2015: Die Welt

Die Stadt, die sich mehr Flüchtlinge wünscht

(…) Wie aber hält man Menschen, wenn es im Ort keine Jobs gibt? Schon damals zogen viele weg in die Ballungsgebiete Hamburg und Berlin, sobald sie Asyl bekamen. Die Stadt hat deshalb nun ein Konzept entwickelt. Block hofft vor allem auf Geschäftsideen in der Internetbranche: Selbstständige, die vom Rechner aus Homepages entwickeln, also etwas, das nicht vom Standort abhängig ist. Es gibt zwar immer noch Betriebe in Friedland, doch dass sie noch mal großflächig einstellen, diese Zeiten seien vorbei, sagt Block. Er ist überzeugt, dass es gute Chancen gibt, die Menschen anzusiedeln, wenn man sie von Anfang an gut aufnimmt und sie frühzeitig, noch vor dem Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis, in der Stadt integriert. (…)

 

19.08.2015: Süddeutsche Zeitung

Deutschland braucht Hunderttausende Einwanderer – jedes Jahr

Mag ja sein, dass 2015 so viele Flüchtlinge kommen wie noch nie. Aber sie werden Deutschland nicht überfordern. Sie sind eine Chance für eine alternde Gesellschaft.

Vielleicht kommen mehr als 600 000. Oder werden es gar 750 000 sein? Es ist, als ob sich eine Großstadt vom Ausmaße Frankfurts auf den Weg macht, um in Deutschland Zuflucht zu suchen. So viele Asylbewerber wie noch nie erwarten die Behörden in diesem Jahr. Und die Bilder, die das große Ankommen illustrieren, machen manchem Angst (…).

 

16.04.2015: Wirtschaftswoche

Berufe mit Zukunftsgarantie

Im Jahr 2030 haben BWLer mit dem Schwerpunkt Marketing genauso schlechte Karten wie Kaufmänner, Lehrer und Wirtschaftswissenschaftler. Welche Jobs in Zukunft noch gefragt sein werden – und wo.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat zusammen mit dem Bundesinstitut Berufsbildung (BBB) den Arbeitsmarkt der Zukunft analysiert. Schlechte Nachrichten haben die Experten für Arbeitskräfte in kaufmännischen Dienstleistungsberufen, Kaufleute im Handel, Lehrer und Ausbilder sowie für die rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Berufe. In diesen Sektoren kommt es bis 2030 zu einem deutschlandweiten Überangebot. Heißt: Die Chancen auf einen Job und ein gutes Gehalt sind eher gering.

Wenn sich die bisherigen Trends in der Zukunft fortsetzen, wird es besonders bei den klassischen Ausbildungsberufen im technischen Sektor eng. Laut der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektion wird es 2030 deutschlandweit zu einem Engpass an Fachkräften mit einer dualen Berufsausbildung kommen. „Auf der beruflichen Ebene ergibt sich in 15 von 20 untersuchten Berufshauptfeldern in mindestens einer Region ein rechnerischer Arbeitskräfteengpass“, heißt es in der Studie. „Bei den technischen Berufen sind die Engpässe flächendeckend.“ Stattdessen erwarten die Experten eine Akademiker-Flut.

Die neue Kraft der Humanität